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Nachbericht zur EXKURSION

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Das UNESCO Weltkulturerbe Limes: Entlang der Grenze des Römischen Reiches

Dichter Nebel lag am Morgen auf Pfahldorf, dem Ort, dessen Namen eng mit dem Weltkulturerbe Limes verbunden ist. Hier traf sich ein Netzwerk aus mehr als 40 interessierten Bürgern, Heimatpflegern und Gästeführern aus den zwölf Altmühl-Jura Gemeinden. Weiterhin waren Vertreter der Kommunalpolitik, der Bayerischen Staatsforsten, Leiter der regionalen Museen aus den beiden Landkreisen Eichstätt und Roth sowie der Kreisheimatpfleger Karl Heinz Rieder und Eva Schultheiß anwesend.

Sie alle kamen, um mit Landeskonservator Prof. Dr. C. Sebastian Sommer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BlfD), den Limes hautnah zu erleben. Prof. Sommer hatte für die Exkursion den Abschnitt von Pfahldorf Richtung Kipfenberg bis zum ehemaligen Kastell in Böhming ausgewählt. Rita Böhm dankte im Namen der Regionalmanagementinitiative von Altmühl-Jura und als stellvertretende Vorsitzende der LimesGemeinden Prof. Sommer und dem neuen Limeskoordinator, Dr. Markus Gschwind, dass diese, neue Erkenntnisse über das UNESCO Welterbe vor „unserer Haustür“ aus erster Hand weitergeben. Als die große Gruppe „per pedes“, wie die Römer, losmarschierte und in das Dickicht des Waldes eintauchte, lichtete sich langsam der Nebel. Trittfestigkeit war auf der Strecke gefragt, denn es ging im Gänsemarsch über Stock und Stein. „Stolpern sie nicht über die Grenzsteine“ warnte Sommer und wies ortskundig gezielt auf Besonderheiten hin. Sicher führte er auf und neben dem Limes von einer Turmstelle zur nächsten. Vielerorts sorgen Waldbesitzer dafür, dass der Wald den Limes nicht überwuchert, berichtete Prof. Sommer. Josef Schmaus, Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten Kipfenberg ergänzte, dass auch ehrenamtliche Helfer im Rahmen des BergwaldProjektes im Bereich der Staatsforsten den Limes von Baum- und Strauchbewuchs freigeschnitten hätten. Davon profitierten die Teilnehmer der Exkursion und auch das Denkmal. Der Hochwald könne sich seitlich weiterentwickeln, ohne das Bodendenkmal zu zerstören, erklärte Sommer und dankte für die gute Zusammenarbeit zwischen Forst und Limeskoordinator, die auch in Zukunft fortgeführt werden soll. Auch die Römer hätten mit dem rasanten Wachstum von Bäumen und Büschen in diesem Bereich gekämpft. Wahrscheinlich sei nicht die goldene Sichel des Miraculix zum Einsatz gekommen, sondern eher Ziegen und Schafe, die den Bewuchs in Grenzen hielten. „Denn das, was das Leben am Limes ausmachte, waren eben die Menschen, die getrauert, geliebt und gearbeitet haben und auch bequem gewesen waren“, erklärte Sommer leidenschaftlich. Der Nebel hatte sich inzwischen verzogen und gab den Blick frei ins Tal hinunter nach Böhming, wo sich eben jene Menschen aufhielten, die damit die nördliche Grenze des römischen Reiches für die Bürger der Stadt Rom sicherten. Im ehemaligen Kastell steht noch heute die auf romanischen Fundamenten ruhende Kirche St. Johannes der Täufer, über die Kreisheimatpfleger Karl Heinz Rieder die Teilnehmer informierte. Das Böhminger Kastell ist mein Lieblingsplatz am Limes bekannte sich der Landeskonservator Prof. Sommer abschließend und blickte das Altmühltal hinab, das sich an diesem Herbsttag von seiner besten Seite zeigte. „Hier bekommen Sie faszinierende Geschichte und herrliche Landschaft in einem!“ Dem konnte sich die Gruppe begeistert anschließen. „Das war ein echtes Highlight“, dankte Sabine Biberger, stellvertretende Bürgermeisterin Kipfenberg dem Archäologen für die außergewöhnliche Exkursion. 

Heimat – Kultur – Geschichte

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Das UNESCO Weltkulturerbe LIMES:
Vortragsreihe entlang des Limes im Altmühl-Jura

Im Rahmen des Projektes „Identitätsoffensive Altmühl-Jura“ des Regionalmanagements von Altmühl-Jura steht die Heimatgeschichte der Region im Mittelpunkt verschiedener Aktivitäten. Gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) in München lädt die Regionalmanagement-Initiative Altmühl-Jura zu einer außergewöhnlichen Vortragsreihe zum Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes in unserer Region ein.

Die Referenten, die eine hohe Expertise in der Forschung zum größten Bodendenkmal in Europa aufweisen, werden in drei Vorträgen und einer Exkursion über aktuelle Erkenntnisse zum Leben der Menschen vor und hinter dem Limes erzählen.

Vortragsreihe zum UNESCO Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes

Die Vortragsreihe umfasst drei Vorträge an drei verschiedenen Orten entlang des Limes im Altmühl-Jura. Diese finden statt am 10., 15. und 23. November 2016 jeweils um 18:30 Uhr. Dazu sind interessierte Bürger und Gäste herzlich eingeladen. 

 

1. Vortrag:  10. November 2016 um 18:30 Uhr

Ort: Burg Kipfenberg, 85110 Kipfenberg

Referent ist Dr. Markus Gschwind, BLfD, Koordinator Archäologische Welterbestätten

Der Titel seines Vortrags lautet: Nur 550 km. Der Obergermanisch-Raetische Limes und die Grenzsicherung des Römischen Reiches.

 

2. Vortrag: 15. November 2016 um 18:30 Uhr

Ort: Landgasthof „Zum Alten Wirt“, St. Marienstr. 4, 85137 Gungolding (Gem. Walting)

Referent: Prof. Dr. Wolfgang Czysz, Universität Innsbruck, Hauptkonservator i. R.

Titel: Brot, Bier und Käse für die Soldaten. Leben und Arbeiten in den Dörfern und Gutshöfen des Limeshinterlands.

 

3. Vortrag: 23. November um 18:30 Uhr

Ort: Schloßkapelle von Schloß Sandersdorf, De-Bassus-Str. 1, 93336 Altmannstein-Sandersdorf

Referent: Dr. Bernd Steidl, stellv. Direktor der Archäologischen Staatssammlung, München

Titel: Jenseits des „Zauns“. Die Germanen im Vorfeld des Limes.

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Tel.: 08461/606355-0
Fax: 08461/606355-10
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