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15.06.20 - Konzeption "Alter Bahnhof Kinding"

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„Das Tor zum Altmühltal“

Wie kann das historische Gebäude-Ensemble „alter Bahnhof Kinding“ und das dazu gehörende Grundstück sinnvoll genutzt werden?

Wie kann dieser Ort zu einem attraktiven Anziehungspunkt, als „Tor zum Altmühltal“ werden? Wie müsste ein wirtschaftlich tragfähiges Modell aussehen? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, beauftragteder Markt Kinding mit Unterstützung des Landkreises Eichstätt und der LAG Altmühl-Jura nach einem Wettbewerb die Projektgemeinschaft bestehend aus Landschaftsarchitektin Martina Schneider, Stadt Raum Planung, dem Architekten Matthias von der Recke, Jensen Ingrisch Recke sowie Jan Vorholt, CIMA Beratung + Management GmbH mit einer Machbarkeitsstudie. Das Team entwickelte gemeinsam zwischen Juli 2019 und Mai 2020 ein Konzept für eine sinnvolle und attraktive Nutzung, die sie in einer Gemeinderatssitzung am 09. Juni 2020 den Kindinger Markträten, dem Lenkungsgremium sowie weiteren politischen Verantwortlichen vorstellten. Die Finanzierung der Konzepterstellung wurde im Rahmen eines LEADER-Projektes über die LAG Altmühl-Jura beantragt. Leader-Koordinatorin Agnes Stiglmaier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, hob insbesondere die innovative Vorgehensweise bei der Studie hervor, so dass das AELF Ingolstadt im März 2019 das Projekt bewilligen konnte.

Der „alte Bahnhof Kinding“ am Fuße des Schellenberges liegt etwa einen Kilometer von der Kindinger Ortsmitte entfernt zwischen Autobahn A9 und Regionalbahnhof. Ein Netz von überregionalen Rad- und Wanderwegen läuft an dem Gelände vorbei.

Um diesen Bereich für Bürger und Gäste als „Tor zum Altmühltal“, als Aufenthaltsort attraktiv zu gestalten, schlug das Planungsteam eine Nutzungsmischung aus Naturparkzentrum, Gastronomie, Regionalladen, Tourist-Information und Seminarhaus vor. Ergänzt werde das Angebot durch eine Servicestelle für Radfahrer, die dort zum Beispiel einen Fahrradverleih, Fahrradboxen, E-Ladestelle und Reparaturservice vorfinden könnten. Das alte Bahnhofsgebäude selbst könnte zu einem kleinen Seminarhaus mit Co-Working-Spaces werden. Auch an ausreichend viele PKW-Parkplätze wurde gedacht.

Wie diese Angebote auch baulich zu einer stimmigen Einheit werden könnten, zeigte der Architekt von der Recke an einem Modell. Er entwarf einen markanten Neubau, der parallel zur Autobahn verläuft und somit auch als Lärmschutz wirkt. Den westlichen Teil bildet ein flacher eingeschossiger Bau. Aus ihm schiebt sich der östliche Teil des Gebäudes keilförmig wie ein Berg in die Höhe. So kann er von der Autobahn gut wahrgenommen werden und lädt zu einem Besuch ein. Im westlichen Teil könnte der Regionalladen mit Gastronomie und Tourist-Info untergebracht werden. In dem herausragenden Gebäudekomplex könnte in einem Naturparkzentrum ein interaktives Informations- und Bildungszentrum entstehen: die „Erlebniswelt Altmühltal“. Im Zentrum zwischen altem und neuem Gebäude ist ein großer naturnaher Kinderspielplatz vorgesehen, dem ein Biergarten vorgelagert ist. Diese Attraktion werde besonders Familien anziehen und zum Verweilen einladen. Die Einbeziehung des Schellenbergs ist allerdings das i-Tüpfelchen der Konzeption.

Bereits bei der Analyse der landschaftlichen und städtebaulichen Umgebung ist dem Team der Schellenberg als markante Landmarke mit einem hohem Wiedererkennungswert aufgefallen. „Dieser riesige, bewachsene Felssporn ragt in den Talknoten von Altmühl, Schwarzach und Anlauter hinein und ist von der Autobahn gut sichtbar“, betont Schneider die Bedeutung des Bergrückens. Mit seiner wertvollen Wacholderheide auf der Enkering zugewandten Seite und den bewaldeten Hängen auf der Ostseite spiegelt er die typische Naturlandschaft des Altmühltals wider. Mit den Resten der Siedlungsbefestigung der späten Bronzezeit hat er zudem einen hohen geschichtlichen Wert und große Anziehungskraft. Der archäologische Lehrpfad und ein ausgeprägtes Wandernetz sind bei Bürgern und Gästen beliebt. Naturerlebnis und Umweltbildung könnten an diesem Ort schwerpunktmäßig entwickelt und dargestellt werden. Bei den Mitgliedern der Lenkungsgruppe kam die Idee, die Natur und den Schellenberg durch Aktions- und Naturerlebniselemente unmittelbar zu erfahren, sehr gut an. Mit einem architektonisch ausgefallenen Aussichtsturm auf dem Schellenberg könne ein weiterer Ort für Umweltbildung entstehen und gleichzeitig einen Panoramablick in alle Täler bieten.

„Mit diesem Kunstgriff überraschte das Planungsteam die Projektträger und das Lenkungsgremium“, lobte Professor Gerd Aufmkolk, Landschaftsarchitekt der WGF Nürnberg und Sprecher des Lenkungsgremiums das gesamte Ergebnis der Studie. Es könnte so ein neues, attraktives überregionales Ausflugsziel entstehen, von dem alle Gemeinden der Region Altmühltal profitieren würden, waren sich Planungs- und Lenkungsgruppe einig. „Sie haben alles darangesetzt, dass an diesem Standort keine Konkurrenz zu den bereits bestehenden Angeboten des Marktes Kinding entsteht, sondern diese davon profitieren können“, betonte Aufmkolk. Wirtschaftlich davon profitieren würden auch die umliegenden Gemeinden, die Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe, hielt Aufmkolk fest. Dieser Ort habe das Potenzial, „das Tor zum Altmühltal“ zu werden, zeigte sich Christoph Würflein, Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal (NPA) von der Studie begeistert und appellierte, für die Zukunft weiter „Groß“ zu denken. So wie dies beim Regionalbahnhof bereits geschehen sei. Dieser habe einen immensen Mehrwert für die ganze Region gebracht. „Im Rahmen der Naturoffensive Bayern fördert der Freistaat Bayern in den nächsten Jahren für jeden Naturpark Bayerische Naturparkzentren, die hohen Qualitätsansprüchen an Standort und Konzept erfüllen müssten“, sagte der erfahrene Touristiker und betonte, dass der Bahnhof Kinding unter den bisher geprüften Standorten am geeignetsten für ein Naturparkzentrum im NPA wäre. „Wenn der Markt Kinding und auch die Altmühl-Jura-Gemeinden mitmachen würden, ließe sich das Projekt hier realisieren“, sagte Würflein und hob hervor, dass es nur als Gemeinschaftsleistung entstehen könne.

Die Studie käme zum richtigen Zeitpunkt und sei eine gute Basis, sagte Bürgermeisterin Rita Böhm. Sie fügte allerdings gleich hinzu, dass die Gemeinde erst einmal auf Investorensuche gehen müsse. Für Böhm ist der Verlauf des Radweges zum Regionalbahnhof bereits eine wichtige Erkenntnis aus dem Projekt. Die Planung konnte bereits vergeben werden. Wie ein Regionalladen mit Leben erfüllt werden könne und die gesamte Region durch eine Verbesserung der Nahversorgung profitieren kann, soll mit einer Beteiligung am Projektaufruf „LandVersorgt“ ermittelt werden, für das sich die Gemeinde Kinding über die LAG Altmühl-Jura beworben hat, wie Lena Oginski, LAG-Managerin der LAG Altmühl-Jura, berichtete. Böhm dankte allen, die sich an der Entstehung der Studie beteiligt haben. Insbesondere galt ihr Dank dem Planungsteam, das viel Herzblut in die Entwicklung gesteckt hätte.

Bildunterschrift:

Christoph Würflein, Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal und Kindings Bürgermeisterin Rita Böhm beauftragten die Landschaftsarchitektin Martina Schneider, Stadt Raum Planung, den Architekten Matthias von der Recke, Jensen Ingrisch Recke und Jan Vorholt, Cima Beratung + Management GmbH, für die Wirtschaftlichkeitsanalyse, um eine Machbarkeitsstudie für das Gelände rund um den „alten Bahnhof Kinding“ zu erstellen. Nach gut einjähriger intensiver Arbeit präsentierten die drei Büros das Ergebnis den Gemeinderäten und der Öffentlichkeit. Die Finanzierung der Konzepterstellung wurde im Rahmen eines LEADER-Projektes über die LAG Altmühl-Jura beantragt.

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Modell zur Konzeption "Alter Bahnhof Kinding" von Jensen Ingrisch Recke, München

08.07.19 - Regionalinitiative „Altmühltaler Weiderind“

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Ergebnisse der Potenzialstudie im Gebiet des Naturpark Altmühltal sind vielversprechend

Die im vergangenen Jahr beauftragte Potenzialermittlung zum Aufbau einer Regionalinitiative „Altmühltaler Weiderind“ ist abgeschlossen und kommt zu dem Ergebnis, dass in den Landkreisen des Naturpark Altmühltal eine ausreichende Anzahl von interessierten Landwirten und Handwerksmetzgereien für ein solches Vermarktungsprojekt vorhanden sind.

Dies stellte Projektleiter Dieter Popp (FUTOUR GmbH) den Vertretern der Landkreise Donau-Ries, Eichstätt, Kelheim, Neuburg-Schrobenhausen, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen sowie Fachvertretern ...

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11.04.19 - Klimaladen – Eine Ausstellung zum klimabewussten, nachhaltigen Konsum

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Bewilligungsbescheid überreicht

An dem Kooperationsprojekt sind die Landkreise Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen, Eichstätt und die Stadt Ingolstadt ebenso beteiligt wie die Städte Ingolstadt, Neuburg und Schrobenhausen und die Regionalinitiativen Region 10 und Altmühl-Jura.

Vertreter der LAGs und Projektpartner trafen sich beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt zur offiziellen Bescheidübergabe: Thomas Schneider ...

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18.02.19 - Infoveranstaltung zu kommunalen innerörtlichen Blühflächen

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LEADER-Kooperationsprojekt in Planung

Bürgermeister, Bauhofmitarbeiter und Verwaltungspersonal – 50 Teilnehmer aus 25 Gemeinden kamen am 13. Februar 2019 im Dienstleistungszentrum des Landkreises Eichstätt in Lenting zusammen. Sie waren der Einladung des Naturpark Altmühltal gefolgt, um sich über das geplante LEADER-Kooperationsprojekt „Kommunale innerörtliche Blühflächen“ zu informieren.

Von Harburg bis Altmannstein, von Thalmässing bis Rennertshofen sollen künftig kommunale innerörtliche Grünflächen in artenreiche Blühflächen umgewandelt werden, um wertvolle ...

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Ansprechpartner

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Tel.: 08461/606355-0
Fax: 08461/606355-10
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