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Heimat – Kultur – Geschichte

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Nachbericht zur Exkursion zur Burgruine Brunneck

„Es erfüllt einen mit Freude durch eine so geschichtsträchtige Heimat wandern zu dürfen“ (Kreisheimatpfleger Dr. Karl Heinz Rieder)

An einem der letzten wunderschönen sonnigen Herbsttage fanden sich auf Einladung des Regionalmanagements von Altmühl-Jura am Blaubrunnen bei Altdorf (Titting) am 19. Oktober über 30 heimat- und kulturbegeisterte Altmühl-Jura Bürgerinnen und Bürger ein, um zusammen mit dem Kreisheimatpfleger des Landkreises Eichstätt – Dr. Karl Heinz Rieder – in die kulturhistorisch so spannende Vergangenheit unserer Heimat einzutauchen.

Die Auswahl des Treffpunktes am bekannten Naturdenkmal Blaubrunnen unterhalb der Burg kommt dabei nicht von ungefähr und ist eng verknüpft mit der Entstehungsgeschichte der Burg. Denn frühe Siedlungen entstanden immer dort wo es klares frisches Wasser gab, die Lebensgrundlage der Menschen auf der Burg, erklärte Dr. Rieder. Schon der Name der Burg [Brunn]eck (mit Bezug auf den Blaubrunnen) Brunn[eck] (als frühere Bezeichnung von Burgen) lässt auf die hohe Bedeutung des Wassers schließen.

Nach einer kurzen Wanderung durch immerhin 2 bis 2,5 Mio. Jahre geologischer Erdzeitgeschichte – die Gesteinsschichten vom Ausgangspunkt bis zur Burg betrachtend - standen die Exkursionsteilnehmer vor der im Jahr 2017 nach aufwendiger Sanierung wieder erlebbar und begehbar gemachten Burgruine. Neben baulichen Besonderheiten der Burg, so hat die Burg aus dem 14. Jhd. beispielsweise keinen Turm, wie dies für Burgen aus dem 12. Jhd. dagegen sehr typisch war, sondern anstelle des Turms eine gewaltige Schildmauer, zeigte der Kreisheimatpfleger spannende Aspekte der Entwicklung und Beziehungen der Herrschafts- und Besitzverhältnisse seit dem Bestehen der Burg auf.  

Die Exkursion ausklingen lassend kehrten die Exkursionsteilnehmer anschließend im Gasthof der Familie Bösl „Zur Post“ in Titting ein, um sich über die gewonnenen Erkenntnisse auszutauschen.

Vortragsreihe: Die Zeit der Völkerwanderung

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„Das dunkle 5. Jahrhundert – die Anfänge der Besiedlung von Großhöbing und des Großraums Greding“, Dr. Karl Heinz Rieder, Greding

Am 8. November fand im Rahmen der durch das Regionalmanagement von Altmühl-Jura organisierten Vortragsreihe „Die Zeit der Völkerwanderung“ der erste Vortrag im Archäologischen Museum in Greding statt.

Dr. Karl Heinz Rieder, Kreisheimatpfleger des Landkreises Eichstätt, nahm die gut 60 interessierten Altmühl-Jura Bürgerinnen und Bürger mit auf eine Zeitreise in „Das dunkle 5. Jahrhundert – die Anfänge der Besiedelung von Großhöbing und des Großraums Greding“. Nach der herzlichen Begrüßung des Geschäftsführers Manfred Preischl, führte Dr. Rieder den Teilnehmer/innen vor Augen, dass das bestehende Fachwissen zu hinterfragen ist. In dem Sinne, dass das Leben, das hinter den verschiedensten Funden aus der Vergangenheit steht, zu beleuchten ist, um auf dieser Grundlage reflektieren zu können, wie die Entwicklung der Menschen von damals bis heute abgelaufen ist. Und dies ist „nicht in schriftlichen Archiven zu finden, sondern nur in der Erde“ so Dr. Rieder. Anhand der Art der Herstellung, der Form und Beschaffenheit ausgewählter Grabbeigaben unter anderem aus Gräbern bei Großhöbing machte er vor diesem Hintergrund deutlich, was sich nach der Zeit der Römer bei uns in der Region abgespielt hat und welche Einflüsse auf die Menschen von damals aufgrund von Wanderungsbewegungen gewirkt haben.

Vortragsreihe: Die Zeit der Völkerwanderung

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„Fremde Frauen in der Völkerwanderungszeit?“, Dr. Haas-Gebhardt, Berching

Am 15.11.17 fand der zweite Vortrag der dreiteiligen Veranstaltungsreihe „Die Zeit der Völkerwanderung“ statt. Hierzu konnte Frau Dr. Haas-Gebhard von der Archäologischen Staatssammlung München als Referentin gewonnen werden.

Im Rahmen ihres Vortrags im Kulturhaus Schranne in Berching, stellte sie den interessierten Teilnehmer/innen erstmals Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojektes unter dem Titel „Fremde Frauen in der Völkerwanderungszeit?“ vor, welches durch die VW-Stiftung finanziert wird. Das Thema ist insbesondere deshalb so spannend, da Frauen zur Zeit der Völkerwanderung im traditionellen Geschichtsbild weniger präsent sind als Männer und als eher sesshaft gesehen werden. Die von Dr. Haas-Gebhard präsentierten Forschungsergebnisse von insgesamt bereits 50 analysierten Gräbern zeigen allerdings ein ganz anderes und unerwartetes Bild auf. So macht die Analyse der Gräber, der Skelette sowie der spezifischen Grabbeigaben deutlich, dass gerade auch Frauen über weite Distanzen mobil waren und so unter anderem nach Bayern gelangten.

Vortragsreihe: Die Zeit der Völkerwanderung

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„Die Anfänge der Bajuwaren – aktueller Forschungsstand aus archäologischer Sicht“, Dr. Hubert Fehr, Kipfenberg

Am 22.11. fand der letzte Vortrag im Römer und Bajuwaren Museum auf der Burg Kipfenberg statt. Nach den einleitenden Worten durch Herrn Dr. Karl Heinz Rieder, folgte der hoch interessante Vortrag des Referenten Dr. Hubert Fehr vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Herr Dr. Hubert Fehr nahm die Altmühl-Jura Bürgerinnen und Bürger mit in die Zeit der Anfänge der Bajuwaren und zeigte den aktuellen Forschungsstand aus archäologischer Sicht auf. „Im Hinblick darauf, wie die Anfänge der Bajuwaren zu erklären sind, gibt es keinen Konsens“ so Dr. Fehr. Im Laufe der Zeit entwickelten die Wissenschaftlicher ganz unterschiedliche Modelle zur Erklärung der Herkunft der Bajuwaren. Einige Wissenschaftler beziehen sich dabei auf eine archäologische Fundgruppe in Form von Keramik des Typs „Friedenhaim-Přešťovice“, die in Südböhmen ihren Ursprung hat und im Grab des Kriegers von Kemathen (eindrucksvoll inszeniertes Exponat im Römer und Bajuwaren Museum) gefunden wurde. Ein Indiz für manche Archäologen, dass die Herkunft der Bajuwaren in Böhmen liegen müsse. Daneben gibt es wiederum Modelle, die sich auf die Etymologie des Begriffs Bajuwaren beziehen und wieder andere auf die Ethnogenese. Für all diese Modelle, die sich im Laufe der wissenschaftlichen Diskussion entwickelt haben, gibt es sowohl Argumente die dafür doch gleichwohl dagegensprechen. Dies ist auch der Grund dafür, dass es kein Modell gibt, das allgemein akzeptiert wird, erklärt Dr. Fehr. Doch hierin bestehe gerade eine Chance, die sich den Archäologen eröffnet, da hierdurch neue und andere unerwartete Dinge erkannt werden können.

Nachbericht zur Exkursion 2016

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