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Aktuelles

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Einweihung des Kunstobjektes „Gläserner Schutzschild“ von Brigitte Schuster

Der gläserne Schutzschild der Künstlerin Brigitte Schuster ist bereits das fünfte Kunstobjekt des Kooperationsprojektes KUNSTamBANDamLIMES der LAG Altmühl-Jura und der LAG Landkreis Kelheim, das der Öffentlichkeit in einem Festakt übergeben wurde.

Vor dem Portal der romanischen Kirche St. Andreas in Bad Gögging hatten sich im April zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der beiden Landkreise zur Enthüllung gemeinsam mit der Künstlerin versammelt. Monsignore Dr. Johannes Tauer segnete das Kunstobjekt nach Würdigungen durch Neustadts 1. Bürgermeister Thomas Reimer, Hubert Faltermeier, Landrat des Landkreis Kelheim, Andreas Brigl, stellvertretender Vorsitzender der LAG Altmühl-Jura e. V. und  Dr. Eberhard Pex, Leadermanager am AELF Regen. Auch hier macht das Kunstwerk auf das UNESCO Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes aufmerksam. Mit seinem interessanten Festvortrag über den Limes in Bayern fesselte Prof. Dr. Thomas Fischer vom Institut für Archäologie der römischen Provinzen (Universität zu Köln) die zahlreichen Zuhörer in der Kirche, die das Museum für Kur- und Badewesen beherbergt. Mit seinen originellen, selbstgebauten Glasinstrumenten, wie einem Glas-Karaffenspiel, trug der Multiinstrumentalist Heinz Grobmeier zur passenden musikalischen Gestaltung bei.

Die Spuren, die die Römer in Neustadt an der Donau und seinen Ortsteilen hinterlassen haben, sind bereits über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt, mit dem Limesturm in Hienheim und der Hadrianssäule, dem Lager Abusina in Eining mit seinen Römerfestspielen und hier in Bad Gögging mit den Thermen der Römer. Hier, unter der romanischen Kirche St. Andreas, wurde eine der größten Thermenanlagen der Römer in Bayern entdeckt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Stadt Neustadt und Bad Gögging haben mit dem Kunstobjekt „Gläserner Schutzschild“ der Glaskünstlerin Brigitte Schuster aus Schrobenhausen an diesem markanten Standort ein eindrucksvolles Kunstobjekt erhalten. Die Kosten dafür betrugen ca. 10.000 Euro, die mit 60 % durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes gefördert wurden. Informationen zu der Skulptur und einen Hinweis zu den anderen Kunstobjekten finden Besucher auf einer Tafel neben dem Kunstobjekt. Dort befindet sich auch eine Box mit handlichen, ansprechenden Broschüren zu den Kunstwerken. Die Broschüre ist auch in der Touristen-Information Bad Gögging erhältlich.

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KUNSTamBANDamLIMES in Neustadt an der Donau

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Gläserner Schutzschild

Skulptur (2014): Glas und Architekturbeton, formgegossen und geschliffen (ca. 2,60 m).

Das Kunstwerk „Gläserner Schutzschild“ von Brigitte Schuster greift die römisch-militärische Komponente des Limes auf und macht so den Grenzwall bewusst und erfahrbar. Der Schild ist der wohl älteste Schutzgegenstand des Menschen. Er ist militärisches Erkennungszeichen, aber auch Symbol der Obhut und des Schutzes. Der gläserne Schild wird aus Glas und Architekturbeton gefertigt und in eine Betonstele eingepasst. Die Form des Schildes ist an ein „scutum“, den Schild römischer Legionäre, angelehnt und stellt ein mit einem sich kreuzenden Ornament Rechteck dar. Ein an der Vorderseite der Stele eingravierter Ortsname weist auf die nächste bedeutende Station entlang des Limes hin. Eine Windrose gibt zudem zur Orientierung die Richtung an.

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Lebendiger Limes: Menschen – Sprache – Licht

Mehr als 150 Besucher kamen am Freitag, den 19. September 2014 zum Limesturm nach Hienheim. Dort wurden sie Zeugen der Aktionskunst „Lebendiger Limes: Menschen – Sprache – Licht“ nach dem Konzept von Barbara Werthner aus Dietfurt.

An dieser Aktion beteiligten sich weitere 150 Bürger des Ortsteils Hienheim (Neustadt a. d. Donau). Bekleidet waren sie mit eigens für die Veranstaltung bedruckten, weißen T-Shirts und hielten einen großen, länglichen Karton in der Hand. Dieser zeigte auf der einen Seite Holzpfähle, auf der anderen das Muster einer Steinmauer. In der Dämmerung bildeten sie eine Menschenkette und stellten so zunächst den Limes als Holzpalisade dar, im weiteren Verlauf wurden die Kartons gedreht und eine angedeutete Limesmauer sichtbar. Der Limes ist mit ca. 550 km das längste Bodendenkmal Europas und wurde vor fast 2000 Jahren auch an diesem Ort errichtet. Kreisheimatpfleger Dr. Karl Heinz Rieder und Konrad Kögler, StD. a. D. des Willibald-Gymnasiums Eichstätt, erzählten dazu – in einer speziell für diesen Tag entwickelten Dramaturgie – die Geschichte der römischen Herrschaft am Limes, von der Errichtung bis zum Fall der Mauer.

Nebel stieg auf, Licht flackerte am Waldrand. In der Ferne zeigten sich erste Blitze eines heranziehenden Gewitters. Akustisch begleitet wurde die Inszenierung von der Musik des Multiinstrumentalisten und Klangkünstlers Heinz Grobmeier. Mit ausgewählten Worten, die als  Banner von der Brüstung des Hienheimer Limesturms entrollt wurden, sowie Buchstabe um Buchstabe auf den T-Shirts der Aktiven sichtbar wurden, zeigte sich, dass die Sprache der Römer bis heute in unserem Alltag lebendig ist. „Wir sind Teil dieses Welterbes Limes und das ist etwas Besonderes, auf das wir stolz sein können“, sagte Sebastian Rosenhammer aus Hienheim. Er organisierte gemeinsam mit Projektleiterin Juliane Schwartz vom Römer und Bajuwaren Museum Burg Kipfenberg die „one-minute-sculpture“ am Limesturm. „Der wieder errichtete Turm soll die Geschichte der Römer von damals für Bürger und Gäste erlebbar machen“, erklärt Thomas Reimer, 1. Bürgermeister der Stadt Neustadt an der Donau. Die Stadt Neustadt hatte sich im Rahmen des Wettbewerbs KUNSTamBANDamLIMES für die Umsetzung der Aktionskunst entschieden, um das UNESCO Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes für Bürger und Gäste sichtbar zu machen. Else Gressmann, Behördenleiterin des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Ingolstadt, stellte fest, dass genau dies den Organisatoren sehr gut gelungen sei. Das mit europäischen Leader-Mitteln geförderte Projekt sei innovativ und beziehe Männer, Frauen und Kinder mit ein. „Mit dieser Aktion erleben wir den Limes auf noch nie dagewesene Weise“, betonte auch Andreas Brigl, stellv. Vorsitzender der LAG Altmühl-Jura. Die Aktion endete in einem Fest mit Verköstigung, wie es auch die Römer getan hätten. Davon konnte auch der einsetzende Regen die Hienheimer nicht abhalten. Eine erneute Durchführung der Aktionskunst wäre auch an einem anderen Ort am Limes möglich.

Der Standort

Neustadt an der Donau, die Stadt mit den ältesten bayerischen Stadtrechten, liegt an der Westgrenze des Landkreises Kehlheim. Die abwechslungsreiche Landschaft ist geprägt von den Flussauen von Abens und Donau sowie dichten Waldgebieten. Im Schutz des Waldes haben sich die Reste mehrerer Turmstellen des Limes erhalten, der auf insgesamt 3,5 Kilometern Länge durch das Gebiet von Neustadt an der Donau verläuft. Als Standort für die beiden Kunstwerke wurde der Ortsteil Bad Gögging ausgewählt.

Bereits die Kelten kannten und nutzten vermutlich die heilenden Quellen Bad Göggings, bevor die Römer im zweiten nachchristlichen Jahrhundert eine Therme errichteten, deren Relikte 1960 bis 1970 unter der heutigen Andreaskirche ausgegraben wurden. Diese römische Badekultur und die Nähe zum Kastell Abusina prägen die kulturelle Identität und das Ortsbild von Bad Gögging noch heute. Aufgrund dieser tiefen Verbundenheit mit der römischen Antike eigent sich der kleine Kurort bestens als Standort für das Kunstwerk von Brigitte Schuster und die interaktive Performance-Konzeptkunst von Barbara Werthner, um das signifikante Weltkulturerbe des Limes sichtbar und erlebbar zu machen.

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Ihr Ansprechpartner: Sabine Lund

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